»Der AIoT-Trend schafft neue Möglichkeiten«

Artificial Intelligence of Things: Wie das Zusammenwachsen von vernetzter Sensorik und Aktorik mit Künstlicher Intelligenz neue Forschungsfragen und Geschäftsmodelle eröffnet

Dr. Usländer, was bedeutet Artificial Intelligence of Things, kurz AIoT?

Thomas Usländer: AIoT steht für das Zusammenwachsen von Technologien des Internet of Things mit Methoden und Werkzeugen der Künstlichen Intelligenz. Dieses Zusammenspiel schafft großen Mehrwert für alle IoT-Domänen – insbesondere auch für die Automatisierungstechnik und die vernetzte, industrielle Produktion. Denn die ›Dinge‹ im IoT, also z.B. Werkzeugmaschinen, können über Sensorik genau die Daten liefern, die von maschinellen Lernverfahren (ML) benötigt werden und die sich mit deren Hilfe schnell und effizient auswerten und in verwertbare Informationen überführen lassen. So werden neue Anwendungen und Geschäftsmodelle möglich – und es ergeben sich spannende Forschungsfragen.

 

Können Sie Beispiele nennen?

Usländer: Ein spannendes Forschungsthema ist das föderale Lernen, bei dem ein ML-Modell auf mehreren Geräten trainiert wird. Statt alle Daten auszutauschen, werden Teile des ML-Modells jeweils lokal erzeugt und dann zu einem großen Modell zusammengeführt – mit Vorteilen nicht zuletzt für den Datenschutz.

Ein spannendes konkretes Innovationsthema ist die Anwendung von ML-Verfahren auf Digitale Zwillinge von Produktionsanlagen und deren Assets, die kontinuierlich mit den Zuständen und dem Verhalten der realen ›Dingen‹ synchronisiert werden.

 

Wie können Unternehmen dieses Potenzial nutzen?

Usländer: Viele Unternehmen haben bereits in die Digitalisierung der Produktion und entsprechende IoT-Technologien investiert – etwa zur Fernüberwachung ihrer Anlagen. Die Datenauswertung mittels KI-Lösungen, die in der Edge oder in der Cloud implementiert werden können, ist dann eigentlich der logische nächste Schritt. Dafür gilt es allerdings verschiedene Bereiche und Disziplinen zusammenzubringen, nämlich Produktionstechnik, Informatik/IT und Data Science/AI. Das ist keineswegs trivial, wie wir aus vielen Praxisprojekten wissen. Zumal der Einsatz von KI-Methoden schwer planbar ist und eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, die Ingenieuren oft fremd sind und auch mit der Kultur etablierter Produktionsbetriebe in Spannung stehen. Wir verfügen aber über die Expertise und die geeigneten KI-Engineering-Verfahren und -Werkzeuge, um Unternehmen bei dieser Transformation bestmöglich zu unterstützen.

 

Thomas Usländer ist Sprecher des Geschäftsfelds Automatisierung und Digitalisierung und Leiter der Abteilung Informationsmanagement und Leittechnik (ILT).

 

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