Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Geschäftsfeld Verteidigung

Geschäftsfeld Verteidigung

Überblick

Mission

Zum Nutzen der Verteidigung Deutschlands im europäischen und nordatlantischen Bündnis unterstützt Fraunhofer IOSB das Bundesministerium der Verteidigung mit seinen nachgeordneten Ämtern und Dienststellen sowie die wehrtechnische Industrie durch angewandte Forschung auf den Gebieten der Bildgewinnung durch optronische Systeme, der Bild- und Signalauswertung sowie der Architektur von Informations- und Simulationssystemen. Die rasche Umsetzung aktueller Forschungsergebnisse für die Befähigung der Streitkräfte und zum Schutz der Soldaten ist unser erstes Anliegen.

 

Arbeitsgebiet

Die Kernkompetenzen des Instituts liegen in der Erforschung optronischer Systeme (z. B. Nachtsichtsysteme, laserbasierte Sensorik), der Aufbereitung, Echtzeitverarbeitung sowie der Informationsgewinnung aus Bildern und Videos sowie der damit in Verbindung stehenden Systemtechnik für die netzbasierte Operationsführung.

 

Besonders bedeutend für die Bundeswehr sind die Arbeiten auf den Gebieten:

  • Aufbau, Bewertung und Schutz verfügbarer sowie zukünftiger optischer bzw. optronischer Sensorsysteme (z. B. Tagsicht, Nachtsicht, Hyperspektralsensorik, Lasersensorik und Schutz vor Laserbedrohung),
  • Warnsensoren, atmosphärische Ausbreitungsparameter, Signaturen für Aufklärung und Schutz, Konzeption und Bewertung von Tarn- und Täuschmaßnahmen.
  • Vernetzte, interoperable Echtzeitauswertung von Videobildfolgen, von der weiträumigen abbildenden Aufklärung bis zur Zielerkennung in Waffenstationen einschließlich der Mensch-System-Integration
  • System-Integration sowie Mensch-Computer-Interaktion für die Abbildende Aufklärung
  • Computerunterstützte Objekt- und Situationserkennung sowie bildbasierte Verfahren für Objekttracking und Zielkoordinatenübergabe.
  • Systemarchitekturen für die vernetzte Simulation sowie die Generierung von Gelände- und Gebäudemodellen für Ausbildungs- und Trainingssimulatoren.

Die Kernkompetenzen des Geschäftsfelds werden auch für Forschung mit »Dual-Use« genutzt. Dieser Aspekt wird besonders gepflegt, um unsere Wirtschaftlichkeit zu optimieren und um einen optimalen Austausch zwischen der zivilen und verteidigungsbezogenen Forschung und Entwicklung zu gewährleisten.

Die Arbeiten des Geschäftsfelds Verteidigung verteilen sich auf drei Stufen:

  1. Um die Analyse- und Bewertungsfähigkeit für den Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) für bestimmte, verteidigungsrelevante Technologien zu erhalten, betreibt das IOSB angewandte Grundlagenforschung auf Basis einer institutionellen Förderung durch das BMVg.
  2. Aufbauend auf diesen Forschungsergebnissen erarbeitet das IOSB in Technologieprojekten des BMVg technologische Konzepte mit mittelfristigem Horizont und anwendungsbezogenen Zielen.
  3. In Abstimmung mit dem BMVg kann die wissenschaftliche und technologische Kompetenz des IOSB auch in Verträgen mit der wehrtechnischen Industrie zum Nutzen der Bundeswehr eingebracht werden.

Flankiert wird die Forschungsarbeit in diesen drei Stufen durch nationale und internationale Kooperationen mit diversen Gremien, Einrichtungen und Unternehmen. Sie sichern unsere Wettbewerbsfähigkeit und Kompetenz in der verteidigungsbezogenen Forschung und Entwicklung und sind wiederum Ausgangspunkt für neue gemeinsame Vorhaben und Entwicklungen.

Soweit es die einschlägigen Geheimhaltungsvorschriften zulassen, ist die angewandte Forschung im Geschäftsfeld Verteidigung eingebettet in die Forschung und Entwicklung für zivile Anwendungen in den anderen vier Geschäftsfeldern um durch Synergie höchsten Nutzen für alle Anwendungsgebiete zu erreichen.

Ausstattung

  • Umweltsimulationslabor (z. B. für Tarnbewertung)
  • Labor für Adaptive Optik
  • Labor für die Analyse der Relexionseigenschaften von Materialien (BRDF)
  • Abbildendes radiometrisches Messsystem AirSIG: Luftgestützte Sensorplattform
  • Labor zur Bewertung der Beobachterleistung
  • Labore zur Bewertung von visueller und infraroter bildgebender Sensorik
  • Labor für optronische Gegenmaßnahmen
  • Laserlabore (z. B. Femtosekundenlaser)
  • Interaktionslabore für abbildende Aufklärung (Blick-, Gesteninteraktion u. a.)
  • Referenz- und Testlabor für vernetzte sensorgestützte Aufklärung (z. B. für MAJIIC)
  • Zentraler VIntEL-Knoten (Verteilte integrierte Erprobungslandschaft)
  • Distributed Network Battlelab (DNBL)
  • SAR-Simulator (CohRaS®)
  • AMFIS – Mobiles Einsatzlabor zur Aufklärung und Überwachung mit mobilen Systemen im Sensorverbund
  • Labor für »Serious Games«
  • Luftgestützte Multisensorplattform (VIS, LWIR und Hyperspektral)

Arbeitsgebiete

Nachrichtengewinnung und Aufklärung

  • Ad-hoc Generierung von Geländedatenbasen für Gefechtssimulationssysteme

    »Train as you Fight« – Um das Training von Einsatzkräften so realitätsnah wie möglich zu gestalten, werden seit langen bereits virtuelle Simulationen genutzt. Zur Nachbildung der Einsatzorte werden aus Sensordaten automatisch Simulationsgelände generiert.

     

     


  • Automatische Unterstützung der Lageerfassung mit Minidrohnen

    Ob bei Rettungseinsätzen nach Katastrophen, beim Schutz kritischer Infrastruktur oder im Rahmen eines militärischen Einsatzes unter feindlicher Einwirkung, Lagekenntnis und –orientierung bedeutet vor allem auch die Zuordnung der Informationen im räumlichen Bezug und das bedingungslose Zurechtfinden in der unmittelbaren, relevanten Umgebung.

     

     


  • Coalition Shared Data (CSD) Server

    basierend auf der STANAG 4559 (NSILI - NATO Standard ISR Library Interface)

     

     


Überlebensfähigkeit und Schutz

  • PoET 2.0

    Bildbasierte Bestimmung optimaler Umtarnfarben in der Praxis