Erkennung, Klassifizierung, Verfolgung und Abwehr kleiner Drohnen (cUAS)

© Fraunhofer IOSB
Die Sensorstation des modularen Drohnenerkennungs- und Assistenzsystems MODEAS im Einsatz.

Taskforce bündelt Drohnenabwehr-Expertise

Die Bedrohung durch Drohnen wächst, im zivilen wie im militärischen Bereich, und damit auch der Handlungsdruck, beispielsweise für Betreiber kritischer Infrastrukturen. Das Fraunhofer IOSB verfügt über viele Kompetenzen, die zur Detektion und Klassifikation von Drohnen, aber auch zum operativen Handling der Bedrohungssituation und ggf. Abwehr benötigt werden – von optronischer Sensorik über leistungsfähige Auswerte- und Trackingverfahren, Systeme zur Lagedarstellung und Entscheidungsunterstützung bis zu Hochenergielasern insbesondere im Wellenlängenbereich um 2 µm, die für Gegenmaßnahmen verschiedene Vorteile bieten.

Die Taskforce Drohnenabwehr als zentrale Drehscheibe führt diese Kompetenzen des Fraunhofer IOSB im Bereich cUAS (counter-UAS, UAS = unmanned aerial systems) zusammen. Sie ermittelt Anforderungen aus einem breiten Spektrum operativer Szenarien, koordiniert Entwicklungsansätze und begleitet die Entwicklung von Demonstrations- und Referenzsystemen. 

Roadmap

Strategisch ist es unser Ziel, sicherzustellen, dass unser eigenes System auf dem neuesten Stand der Technik bleibt, und darauf aufbauend spezifische Teilbereiche entsprechend unseren wissenschaftlichen Stärken weiterzuentwickeln. Das betrifft insbesondere:

  • die Erkennung und Klassifizierung mit optronischen Sensoren (Kameras im sichtbaren und infraroten Spektrum),
  • die robuste Verfolgung und Videodokumentation sowie – als nächste Entwicklungsstufe – den Nachweis von Gegenmaßnahmen unter Verwendung von Hochenergielasern bei für die Augensicherheit optimierten Wellenlängen,
  • den Einsatz spezialisierter Sensoren wie Hochgeschwindigkeits- und ereignisgesteuerte Kameras, Gated-Viewing-Systeme oder Laser-Doppler-Vibrometer sowie durch weitere Modalitäten wie HF-Scanner, Akustik, Radar oder Lidar je nach Anwendungsfall, um die Erkennungszuverlässigkeit, die Reichweite und die Klassifizierungsgenauigkeit zu verbessern.

Bisherige Arbeiten

Grundlage unserer Arbeit ist das Forschungs- und Demonstrationssystem MODEAS (Modular Drone Detection and Assistance System). MODEAS nutzt Radar zur Frühwarnung und kombiniert es mit optischen Sensoren und Laserentfernungsmessung für eine präzise Verfolgung. Die verwendeten Videoauswertungsalgorithmen sind darauf ausgelegt, Drohnen auch vor komplexen Hintergründen wie Vegetation oder städtischen Strukturen zuverlässig zu identifizieren. MODEAS basiert auf vergleichsweise einfachen Sensoren und ist modular erweiterbar. Dies eröffnet die Aussicht auf deutlich geringere Systemkosten im Vergleich zu vielen derzeit verfügbaren Lösungen. Eine videobasierte Videoaufzeichnung und Dokumentation unbefugter Drohnenüberflüge wurde bereits implementiert. 

Weitere Informationen

 

Vom Drohnenrekorder zum augensicheren Wirklaser

Nach Vorfällen an der NATO-Außengrenze und fast täglichen Meldungen über nicht identifizierte Minidrohnen über kritischen Infrastrukturen – bis hin zu Flugausfällen – wächst in Europa der Druck, wirksame Detektions- und Abwehrlösungen zu etablieren. Wie positioniert sich das Fraunhofer IOSB? Fragen an Prof. Marc Eichhorn, Direktor Ettlingen und Bereichsleiter Verteidigung.

 

MODEAS – Modulares Drohnenerfassungs- und Assistenz­system

MODEAS ist ein multisensorielles Experimentalsystem zur Detektion, Lokalisierung, Verfolgung und Klassifikation anfliegender (Mini-)Drohnen. Insbesondere integriert das System dabei robuste, KI-basierte Videoauswertemethoden mit diverser Sensorik . Alle verfügbaren Informationen fließen in Echtzeit in eine 3D-Lagedarstellung ein und werden dort mit kontextbezogenen Assistenzfunktionen verknüpft.

 

 

KI-basierte Detektion, Klassifikation und Tracking von Drohnen

Infrarot- und Videosensoren ermöglichen es, Bilder von anfliegenden Drohnen aufzunehmen und KI-Verfahren zur Bildanalyse darauf anzuwenden. Dank unserer langjährigen Erfahrung in der Forschung und der Erstellung der nötigen Trainingsdatensätze sind wir in der Lage, Drohnen auch unter schwierigen Bedingungen zu detektieren, von Vögeln zu unterscheiden, zu verfolgen und zu klassifizieren.

 

 

Weitere Projekte

Auch die folgenden, teilweise schon länger zurückliegenden Projekte hatten die Detektion von Minidrohnen und die Sicherheit des Luftraums im Fokus:

 

Geschäftsfeld Verteidigung und Sicherheit

Weitere Infos zu unseren Kompetenzen, Projekten und Technologien in diesem Kontext finden Sie auf den Seiten unseres Geschäftsfelds Verteidigung und Sicherheit.