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Im Jahr 2012 wurde die vierte industrielle Revolution ausgerufen: Industrie 4.0 ist ein Exportschlager, und Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Stellen weltweit haben Projekte gestartet und durchgeführt, um ihre eigene Digitalisierung voranzubringen. Trotz großer Erfolge in der Forschung liegen Deutschlands Firmen bei der Digitalisierung allerdings im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld. Die Frage ist: Warum ist das so? Vielleicht haben sich deutsche Unternehmen bei Industrie 4.0 darauf fokussiert, zunächst ihre eigenen Fabriken effizienter zu machen, und weniger darauf geschaut, kundenbezogene Mehrwerte zu schaffen. Die Sorge, Daten mit Kunden, Zulieferern oder Ausrüstern zu teilen, hat Überlegungen überwogen, welche Potenziale sich ergäben, wenn innerhalb der Wertschöpfungsnetzwerke Daten ausgetauscht würden. Und: Standards, die die verschiedenen Akteure wie selbstverständlich nutzen, waren den Firmen unbekannt oder nicht verfügbar.
Mit diesem Heft wollen wir dazu beitragen, diese Argumente zu entkräften: Datenaustausch in Datenräumen und Digitale Zwillinge sind vielversprechende Lösungen, um die Digitalisierung voranzubringen. Und sie sind zwei Seiten einer Medaille: Ohne Digitale Zwillinge, die auf offenen Standards beruhen, gibt es keinen effizienten Datenaustausch. Datenräume und die ihnen zugrundeliegenden Prinzipien sorgen dafür, dass digitale Lösungen skalieren.
Unsere Gastautoren berichten aus der Praxis ihrer Datenraumprojekte und -initiativen: Roland Rosen (Siemens AG) als Leiter des Verbundprojekts Factory-X und der Erfahrung aus fast drei Jahren Catena-X. Georg Kube (SAP) befasst sich intensiv mit Datenräumen und Datenökosystemen und deren Interoperabilität, sodass Software-Applikationen branchenübergreifend genutzt werden können. Hanno Focken (Cofinity-X) arbeitet in der ersten Betreibergesellschaft für Shared Services eines industriellen Datenraums, Catena-X. Georg Schnauffer (ARENA2036) steht wie kaum ein anderer für zielgerichteten Transfer der Datenraumlösungen in mittelständische Unternehmen. Die Zusammenarbeit zwischen Forschung bei Fraunhofer und Unternehmen zeigt, dass FuE-Ergebnisse tatsächlich schnell in die Praxis gebracht werden können – um so die Digitalisierung in der deutschen Industrie voranzubringen.
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