Herr Pethig, Kreislaufwirtschaft hat in der Fertigung höchste Priorität erlangt. Was verändert sich derzeit grundlegend?
Florian Pethig: Am Fraunhofer IOSB beobachten wir einen Wandel von freiwilligen Initiativen hin zu einer betrieblichen Anforderung. Unternehmen müssen zunehmend ihre Klimabilanz, die Herkunft der Werkstoffe und die Einhaltung von Vorschriften über den gesamten Lebenszyklus hinweg offenlegen. Der Engpass sind fragmentierte Daten: Solange Informationen in voneinander getrennten Systemen bei Zulieferern, Maschinenbauern und Fabrikbetreibern eingeschlossen bleiben, bleibt Nachhaltigkeit reines Berichtswesen und ist kein Einflussfaktor, der sich steuern lässt.
Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB