KI-Challenge: Mit KI-Engineering zu tragfähigen Projektideen

Von konkreten Bedarfen zu tragfähigen KI-Projekten

Viele KI-Vorhaben bleiben im Prototypstadium, weil Geschäftsziel, Anforderungen, Datenbedarf und organisatorische Voraussetzungen nicht früh genug gemeinsam geklärt werden. Die KI-Challenge setzt deshalb nicht bei einer vorgegebenen Technologie an, sondern bei konkreten Problemen aus Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen. In einem moderierten Workshop-Format bringen Anwender, Forschungseinrichtungen und Anbieter von KI-Lösungen ihre Perspektiven zusammen. Sie prüfen, für welche Aufgaben KI einen sinnvollen Lösungsansatz bieten kann, und entwickeln daraus konkrete Projektideen.

Die KI-Challenge als gefördertes Teilvorhaben im Rahmen der KI-Allianz Baden-Württemberg ist abgeschlossen und lief von 2023 bis 2025. Das Fraunhofer IOSB entwickelte die Workshopkonzeption und führte die KI-Challenges gemeinsam mit dem Community Management der KI-Allianz durch.

PAISE® strukturiert Zieldefinition und Anforderungsanalyse

Methodische Grundlage der KI-Challenge ist das KI-Engineering-Vorgehensmodell PAISE® (Process Model for AI Systems Engineering). Das Format legt den Fokus auf die frühen Phasen der Zieldefinition und Anforderungsanalyse: Aus eingebrachten Bedarfen und Anwendungsszenarien entstehen zunächst priorisierte Projektideen und anschließend strukturierte Projektsteckbriefe. Diese verbinden eine technische Projektbeschreibung im Project Canvas mit Überlegungen zu einem tragfähigen Geschäftsmodell im Business Model Canvas. So werden unter anderem Ziele, Datenbedarf, Systemkonzept, notwendige Partner, Ressourcen und erste Schritte für ein realistisches Umsetzungsprojekt sichtbar.

© Fraunhofer IOSB
Vom Anwendungsbedarf zum Projektsteckbrief: Bedarfsträger aus Wirtschaft oder Verwaltung bringen konkrete Herausforderungen ein. Gemeinsam mit KI-Fachleuten werden mögliche Lösungswege diskutiert, priorisiert und nach der PAISE®-Methodik strukturiert. Ergebnis ist ein Projektsteckbrief, der die technische Projektdefinition mit Überlegungen zu Daten, Ressourcen, Partnern und Geschäftsmodell verbindet.

Ergebnis: 26 KI-Projektideen und ein fortgeführtes Transferformat

Im Rahmen des Förderprojekts wurden sechs KI-Challenge-Veranstaltungen in den Regionen Baden-Württembergs durchgeführt, die jeweils einen speziellen thematischen Fokus hatten:

  • Smart Eco-Events
  • Smart Sustainable Solutions
  • Green AI
  • ressourceneffiziente Produktion
  • Textilwirtschaft
  • Bauwirtschaft.

Insgesamt wurden über 500 Teilnehmende erreicht und 26 Projektideen ausgearbeitet. Die veröffentlichten Projekt-Exposés behandeln unter anderem kommunale Klimaanpassung, Tourismussteuerung, Energiemanagement, industrielle Anomalieerkennung, Qualitätsprognosen und Ressourcenoptimierung. Weitere Details im Projekt-Kurzbericht (pdf).

Das Projekt ist abgeschlossen, das entwickelte Format wird jedoch weitergeführt. Eine KI-Challenge kann auf eine Region, eine Branche, ein Unternehmen oder einen Unternehmensverbund zugeschnitten werden und als Ausgangspunkt für gemeinsame Entwicklungs- und Transferprojekte dienen.

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Video zum Start der KI-Challenge in der Region Karlsruhe: Projektleiter Thomas Usländer erläutert, warum die KI-Challenge bei konkreten Anwendungsbedarfen ansetzt und Anwender frühzeitig in die Konzeption möglicher KI-Lösungen einbindet.

Projektpartner

  • KI-Allianz Baden-Württemberg
  • Workshopteilnehmer aus Unternehmen unterschiedlicher Zielbranchen, Behörden, Anbieter von KI-Lösungen
 

Projektdetails

KI-Allianz Baden-Württemberg, Teilvorhaben KI-Challenge

Projektlaufzeit: Mai 2023 – Dezember 2025

Das Projekt wurde gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg.


Auf der unten verlinkten Projektseite finden sich ausführlichere Informationen zu den sechs KI-Challenge-Events inklusive der erarbeiteten Projektsteckbriefe.