Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Digitaler Lagetisch

Digitaler Lagetisch

 

Der Digitale Lagetisch ist ein Softwaresystem zur verteilten Lagevisualisierung und Lagebearbeitung. Beliebig viele Anwender können unabhängig voneinander an PCs und Tablets oder gemeinsam an Großdisplays in der gleichen Lage arbeiten.

Das zugrunde liegende Softwaresystem ist modular gestaltet und kann je nach Anforderungen individualisiert und erweitert werden und damit ein weites Spektrum von Schulungssystemen über reine Lagevisualisierung bis hin zu Vorbereitung und Liveverfolgung von Einsätzen abdecken. Dabei können verschiedenste Datenquellen und Geodaten eingebunden werden, sodass je nach Anwendungsfall alle Informationen zur Verfügung stehen, die entscheidend sind, um die Lage zu beurteilen und richtig zu handeln.

 

 

Lagevisualiserung

Der Systemansatz einer modernen Lagevisualisierung auf Basis von Layern liefert dem Benutzer nicht nur eine Vielfalt von 2D und 3D Karten, welche aus unterschiedlichen internen und externen Quellen kommen können, sondern erlaubt es, die Kartendaten mit Informationen aus anderen Datenquellen zu verbinden. Diese Quellen sind z.B. Führungsinformation, Aufklärungs- und Live-Sensordaten. Neben Zeichenwerkzeugen, taktischen Zeichen nach APP6, Sicht- und Wirkstrecken-Berechnungen, Messwerkzeugen und der Möglichkeit, die Entwicklung der Lage mittels Zeitleiste darzustellen ist eine große Zahl von Werkezugen verfügbar, um eine effektive Lageführung zu ermöglichen.

 

Endgeräte

Der DigLT ist eine Software die auf verschiedensten vernetzten Endgeräten nutzbar ist. Die schnelle Integration verschiedener Datenquellen wird durch die Nutzung von Standards erreicht. Wesentlich sind dabei Standards sowohl aus dem Bereich des Open Geospatial Consortiums (OGC) als auch der Standardisierungsübereinkommen der NATO. Die Architektur ist so offen gestaltet, dass auch proprietäre Schnittstellen schnell angebunden werden können. Die eingesetzte Layertechnik erlaubt es, die vielen unterschiedlichen Themen, welche in eine Lagevisualisierung einfließen, voneinander getrennt zu halten und jeweils im Bedarfsfall zu visualisieren bzw. zu aktualisieren. Der Viewer, welcher diese Daten dann auf dem Endgerät des Benutzers darstellt ist Web-basiert (DigLTWeb), was es erlaubt, die Lage auf praktisch jedem Endgerät darzustellen.

 

 

Integration

Der Digitale Lagetisch lässt sich einfach in beliebige Umgebungen integrieren. Durch die zugrundeliegende Technologie werden alle Betriebsysteme unterstützt und ein breites Angebot an Schnittstellen erlaubt die Anbindung an viele bestehende Datenquellen. Das schnelle Anbinden an Schnittstellen erfolgt durch das Umsetzen verschiedener Standards im DigLTCore. OGC-basiert wurden Web Map Service (WMS), Web Feature Service (WFS) und Styled Layer Descriptor (SLD) umgesetzt. Die unterstützten STANAGS sind 4609, 4545, 4559 und 4676. Sie standardisieren Videoströme, Einzelbilder die Speicherung von Bildaufklärungsdaten und Tracks & Plots. Neben den standardisierten Quellen kann DigLTCore aber auch individuelle Quellen einbinden, da die Architektur auch dafür offen ist.

 

Publikationen 

 

 2017
Wagner, Boris; Maier, Sebastian; Peinsipp-Byma, Elisabeth: 
Standardized acquisition, storing and provision of 3D enabled spatial data. In: Palaniappan, Kannappan (Ed.); Society of Photo-Optical Instrumentation Engineers, Bellingham/Wash.: Geospatial Informatics, Fusion, and Motion Video Analytics VII: 12 April 2017, Anaheim, California, United States Bellingham, WA: SPIE, 2017, Paper 101990H, 8 S.
 2017
Wagner, Boris; Eck, Ralf; Maier, Sebastian: 
Concept for a common operational picture in a guidance vehicle. In: Palaniappan, Kannappan (Ed.); Society of Photo-Optical Instrumentation Engineers -SPIE-, Bellingham/Wash.: Geospatial Informatics, Fusion, and Motion Video Analytics VII : 12 April 2017, Anaheim, California, United States Bellingham, WA: SPIE, 2017, Paper 101990I, 8 S.
 2010
Maier, Sebastian; Bader, Thomas.: 
Neue Interaktionstechniken auf Grundlage videobasierter Handgestenerkennung für eine Multi-Display-Umgebung. In: Grandt, M.; Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt e.V. -DGLR-, Lilienthal-Oberth; TU Berlin, Zentrum Mensch-Maschine-Systeme -ZMMS-: Innovative Interaktionstechnologien für Mensch-Maschine-Schnittstellen: 52. Fachausschusssitzung Anthropotechnik, 7.-8. Oktober 2010, Berlin.