SafeInLoc – Dynamische Sicherheitszonen für flexible Produktionsumgebungen

© Fraunhofer IOSB
Produktionsfläche mit definierten Gefährdungsbereichen und Sicherheitseinrichtungen
© Fraunhofer IOSB
Ablauf der Kameralokalisierung in SafeInLoc

Ausgangslage

Moderne Produktionsumgebungen werden immer flexibler: Matrixproduktion, autonome Flurförderfahrzeuge (AGV) und häufige Layoutänderungen sind die Regel. Klassische Schutzeinrichtungen wie Zäune, Lichtschranken oder Laserscanner sind dafür zu starr – sie verursachen hohe Umbaukosten, lange Stillstandszeiten und hemmen die Mensch‑Maschine‑Interaktion.

Unsere Lösung

Mit SafeInLoc haben wir am Fraunhofer IOSB ein softwarebasiertes System für dynamische Sicherheitszonen in der Produktion entwickelt. Schutzfelder werden nicht mehr hardwareseitig fest installiert, sondern flexibel in Software definiert und angepasst – schnell, präzise und herstellerunabhängig.

Die Lösung, umgesetzt in einem Demonstrator auf TRL 5-6, kombiniert: 

  • bildbasierte Personen- und Objektdetektion/-lokalisierung (Kameras + Edge-PC) und
  • UWB‑basierte Echtzeit‑Indoor‑Lokalisierung (RTLS) mittels einer Infrastruktur mit Satelliten und Tags.

Beide Datenquellen werden zusammengeführt im omlox Hub, einer offenen, standardisierten Plattform für industrielle Ortungsdaten - so dass das Gesamtsystem nahtlos in bestehende und zukünftige omlox-Umgebungen integrierbar ist. Eine Web-Applikation dient der komfortablen Konfiguration und Anpassung der Schutzfelder.

Ihr Mehrwert

SafeInLoc reduziert den Umrüstaufwand und erhöht die Flexibilität Ihrer Produktion:

  • Schnelle Rekonfiguration
    Sicherheitszonen lassen sich per Software an neue Layouts, Prozesse oder Produktvarianten anpassen – ohne mechanische Umbauten.
  • Weniger Stillstand, geringere Kosten
    Kürzere Umrüstzeiten und weniger sicherheitsrelevante Onboard‑Hardware senken Investitions‑ und Betriebskosten.
  • Bessere Mensch‑Roboter‑Interaktion
    Flexible, transparente Schutzkonzepte erhöhen Produktivität und Akzeptanz automatisierter Systeme.

Mehr als Sicherheit: Die aufgebaute Lokalisierungsinfrastruktur eröffnet noch weitere datenbasierte Anwendungen und Nutzungspotenziale:

  • Routenoptimierung
    Dynamische Wegeplanung, ETA‑Berechnungen und Heatmaps reduzieren Staus, Leerfahrten und Durchlaufzeiten.
  • Arbeitsplatzoptimierung
    Spaghetti‑Diagramme für Lauf‑ und Greifwege ermöglichen eine datenbasierte Gestaltung effizienter Arbeitsplätze.
  • Energie- und Präsenzmanagement

    Präsenzabhängige Steuerung von Licht, Absaugung oder HVAC senkt Energieverbrauch und CO₂‑Emissionen bei höherem Bedienkomfort.

 

Veröffentlichungen

 

Projektsteckbrief

Aus eigenen Mitteln finanziertes Technologie-Entwicklungsprojekt 

Projektlaufzeit: seit 2023

 

Beteiligte Abteilungen: