MAGNETO – Datenanalyse für bessere Kriminalprävention und Strafverfolgung

Architektur des H2020-Projekts MAGNETO

Kurzbeschreibung des Projekts

Um die Strafverfolgungsbehörden (law enforcement agencies, LEAs)  mit erweiterten Fähigkeiten zur Kriminalitätsanalyse, -prävention und -ermittlung auszustatten, erforscht und entwickelt MAGNETO maßgeschneiderte Lösungen und Werkzeuge, die auf einer ausgefeilten Wissensrepräsentation, fortgeschrittenem semantischem Schlussfolgern und KI-Methoden basieren und in eine gemeinsame, modulare Plattform mit offenen Schnittstellen integriert sind. Die LEAs haben insbesondere für die Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Terrorismus einen entsprechenden Bedarf, der sich durch die große Menge, Heterogenität und Fragmentierung von Ermittlungsdaten ergibt. Dieser Bedarf wurde nach Beratung mit elf verschiedenen europäischen LEAs - Mitgliedern des MAGNETO-Konsortiums - ermittelt.

Projektziele

Durch den Einsatz der MAGNETO-Plattform werden die LEAs über neue Fähigkeiten verfügen, um mehrere massive heterogene Datenquellen zu verbinden und zu analysieren, verborgene Beziehungen zwischen Datenelementen aufzudecken, Trends für die Entwicklung von Sicherheitsvorfällen zu berechnen und schließlich (und schneller) zu soliden Beweisen zu gelangen, die vor Gericht verwendet werden können. Parallel dazu wird MAGNETO ein Ökosystem von Drittlösungsanbietern bilden, die von seinem offenen, modularen und wiederverwendbaren architektonischen Rahmen und seinen Standardschnittstellen profitieren.

Projektergebnis

Um diese Ziele zu erreichen, testet und demonstriert MAGNETO seine Entwicklungsergebnisse an fünf repräsentativen und komplementären Anwendungsfällen (Kriminalitätsarten) unter realen Betriebsbedingungen in den Einrichtungen von elf verschiedenen Strafverfolgungsbehörden. Diese werden dabei kontinuierlich in der Produktionsschleife gehalten. Durch die Anwendung einer agilen Implementierungsmethodik und einem multidisziplinären wissenschaftlichen Ansatz, werden Forscher mit außergewöhnlicher Erfolgsbilanz, Beamte mit erstklassigem operativen Know-how in der Strafverfolgung, anerkannte Experten für die rechtliche und ethische Einhaltung von EU- und nationalen Standards und qualifizierte Ausbildungsexperten für die Entwicklung innovativer Lehrpläne in einem Team zusammengeführt.

Projektpartner

Koordination: ICCS, Institute of Communication and Computer Systems, Zografou, Griechenland

Deutsche Projektpartner:

  • Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB
  • Hochschule für den öffentlichen Dienst Bayern
  • Polizeipräsidium München

Aktuelle Entwicklungen im Projekt

20. April 2021: MAGNETO wird weltweit bekannt

Das MAGNETO-Konsortium erhielt eine Anfrage vom Interregional Crime and Justice Research Institute der Vereinten Nationen (UNICRI), das sich mit Fragen der Künstlichen Intelligenz beschäftigt, sowie vom UN-Büro für Terrorismusbekämpfung, um über das Projekt MAGNETO zu diskutieren.

Am 6. Mai wurden dem Vertreter des UN-Büros für Terrorismusbekämpfung die Fähigkeiten von MAGNETO demonstriert.

 

18. März 2021: MAGNETO Tool-Demos bei den beteiligten Polizeibehörden

In den Räumlichkeiten mehrerer Polizeibehörden fanden zu verschiedenen Themen des MAGNETO-Projekts Demonstrationen statt. Unter anderem wurden die folgenden von den LEA-Partnern favorisierten Funktionen vorgestellt: Geolokalisierung auf einer Karte, automatische Transkription von Audio in Text, Sentiment-Analyse, Extraktion von Schlüsselwörtern, Datenanalyse, semantisches Reasoning, Video- und Bildverarbeitung, Personenvergleichstool, Ereignis-Fusion, Trajektorien-Fusion.

Einige Rückmeldungen seitens der beteiligten Polizeibehörden:

  • Demonstration bei Sabadell: Alle vorgestellten Funktionen scheinen nützlich bis sehr nützlich zu sein. Die Polizei von Sabadell merkte an, dass die Möglichkeit mit verschiedenen Datentypen gleichzeitig zu arbeiten, sehr nützlich wäre, da die Daten in verschiedenen Dokumenten fragmentiert sind. Außerdem wäre es sehr nützlich, wenn das Tool selbst die verschiedenen Dateien zusammenführt oder verbindet und das spezifische Tool die entsprechenden Daten auswählt.
  • Demonstration bei PPM: PPM hat mehrere Demonstrationen mit regulären Polizeibeamten, Systemadministratoren und Datenanalysten durchgeführt. Die Ergebnisse waren zwei Berichte, die sich auf die Stärken und die Benutzerfreundlichkeit der Plattform konzentrierten. Die in den Berichten enthaltene Kritik wurde von den Entwicklern aufgegriffen, wie man im ersten Schulungs-Webinar sehen konnte. Ein Zeichen für uns, dass die Zusammenarbeit mit den technischen Partnern funktioniert und dass unser Feedback dazu beitragen kann, die Plattform für unsere tägliche Arbeit noch nützlicher zu machen. Weitere Testmöglichkeiten für unsere Mitarbeiter werden bald folgen.
  • Vorführung bei WSPol: WSPol schien die Video- und Bildverarbeitungskomponente zu schätzen. WSPol schlug vor, neben der Erkennung eine Möglichkeit hinzuzufügen, das Objekt auf der Karte zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt automatisch zu lokalisieren (basierend auf importiertem Text, GPS-Daten, CCTV-Daten).
  • Demonstration bei der PSNI: Die PSNI hob hervor, dass die Plattform einfach zu bedienen ist und einem logischen und klaren Pfad vom Daten-Upload über den Analyseprozess bis hin zur endgültigen Fusion und Visualisierung der Ergebnisse folgt. Wir haben das Textmining-Tool im Rahmen unserer Demonstration erfolgreich getestet und dabei eine erhebliche Zeit- und Ressourceneinsparung festgestellt. Dies hätte einen messbaren Einfluss auf unsere Fähigkeit, unsere Reaktion auf große oder komplizierte Ermittlungen zu verbessern. Die PSNI hat großes Interesse an einer Reihe von neuen Tools gezeigt, von denen wir glauben, dass sie den Ermittlern helfen werden, robuste gerichtsfeste Beweise zu liefern und letztendlich unsere Fähigkeit zu verbessern, die Öffentlichkeit zu schützen.

 

21. Dezember 2020: MAGNETO befindet sich in der Haupttestphase

Die am Projekt beteiligten Polizeibehörden testen die MAGNETO-Plattform in ihren Räumlichkeiten, um den Datenschutz und die Sicherheit zu gewährleisten und um zu beweisen, dass die MAGNETO-Plattform in die Prozesse der Polizeibehörden integriert werden kann.

 

19. März 2020: Version 1.0

Die erste Version der MAGNETO-Plattform wurde fertiggestellt und den am Projekt beteiligten Polizeibehörden zur Prüfung übergeben.

Abteilung IAS des Fraunhofer IOSB

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Weitere Informationen

zum Projekt »Multimedia Analysis and correlation enGine for orgaNized crimE prevenTion and investigatiOn« (MAGNETO):

Projektlaufzeit: 2018-2021

Förderung durch das EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020