Fraunhofer Institute of Optronics, System Technologies and Image Exploitation IOSB

i2exrep

Meldungserstellung

In der sensorgestützten Aufklärung werden die vom Sensor gelieferten Daten durch hochspezialisierte Auswerter interpretiert und die Ergebnisse des Auswerteprozesses in einer formalisierten Einsatzergebnismeldung zusammengefasst. Diese Meldung enthält die identifizierten Objekte, deren Position, Typ, Status, Aktivitäten sowie weitere Informationen, die für einen übergeordneten Entscheidungsträger relevant sind. Um eine eindeutige Interpretation und ein hohes Maß an Interoperabilität und automatischer Weiterverarbeitung zu gewährleisten, unterliegt eine Meldung strengen Vorschriften bzgl. der Struktur und des zu verwendenden Wortschatzes. Daher benötigt der Bearbeiter eine weitgehende und einfach zu bedienende Rechnerunterstützung, um inhaltlich und formal korrekte Meldungen in möglichst kurzer Zeit zu erstellen.

 

i2exrep

i2exrep - Interactive ISR[1] Exploitation Report - ist eine interaktive, Java- und XML-basierte Software zur Erstellung und Bearbeitung formalisierter Einsatzergebnismeldungen. Insbesondere für den militärischen Aufklärungs- und Überwachungsprozess entwickelt, ist i2exrep auch für den Einsatz im zivilen Umfeld (Katastrophenschutz, Polizei, Rettungskräfte, Medizin) geeignet. i2exrep wurde im Rahmen eines Eigenforschungsprojektes am Fraunhofer IOSB erstellt und vor dem Hintergrund operationeller Anforderungen und einer geänderten Bedarfssituation beständig weiterentwickelt. Durch die Anwendung modernster Technologien wie JavaTM, XML[2] und einem objektrelationalen Persistenzservice ist i2exrep sowohl plattform- wie auch datenbankunabhängig, garantiert eine hohe Fähigkeit zur Integration in sensorgestützte Auswerteanlagen und gewährleistet eine größtmögliche Interoperabilität zu CSD[3]-Servern, Führungsinformations-, Lagedarstellungs- und weiteren informationsverarbeitenden Systemen. Über die Kernfunktionalität hinaus wird dadurch ein breites Einsatzspektrum erschlossen und der mobile Einsatz ermöglicht.

 

Meldeformate

i2exrep implementiert folgende Meldeformate:

  • RECCEXREP - Reconnaissance Exploitation Report nach STANAG 3377 und 3596 für die Auswertung elektro-optischer Sensordaten
  • MIEXREP - Motion Imagery Exploitation Report für die Auswertung von Videos
  • MTIEXREP - Moving Target Indication Exploitation Report für die Bewegtzielaufklärung
  • ISRSPOTREP - ISR Spot Report zur schnellen, ISR-basierten Meldungserstellung
  • IPIR - Initial Programmed Interpretation Report nach STANAG 3377 für die Auswertung elektro-optischer Sensordaten
  • SUPIR - Supplemental Programmed Interpretation Report nach STANAG 3377 für die Auswertung elektro-optischer Sensordaten

Die beiden Meldeformate MIEXREP und MTIEXREP wurden unter Führung des Fraunhofer IOSB entwickelt und vom JISRP[4] zur Aufnahme in die STANAG 3377 akzeptiert.

 

Kernfunktionalität

  • Erstellen und Bearbeiten von Meldungen, Speichern und Laden als Datei und in einer Datenbank
  • Erstellen und Verwenden von Templates zur schnellen Meldungserstellung in allen Meldeformaten
  • Integration einer Begriffsdatenbank der Zielkategorien der STANAG 3596 mit über 120.000 Einträgen
  • Publizieren von Meldungen in CSD-Servern
  • Integration in den Arbeitsablauf von Auswertesystemen auf der Basis von Web-Services und CORBA
  • Übernahme von Auftragsdaten und Koordinaten
  • Anbindung an Führungsinformationssysteme

 Einsatzgebiete

  • Sensorgestützte Auswerteanlagen der Luftwaffe, des Heeres und der Marine
  • Auswertestationen elektro-optischer, infraroter, Radar- und MTI-gestützter Sensoren im NATO-Verbund
  • Steigerung der NATO-weiten C4ISR[5]-Interoperabilität
  • Terrorismus-Bekämpfung
  • Ausbildung von Auswertern
  • Geplant: 
     
    • Katastrophenschutz
    • Polizeiunterstützung
    • Medizinische Diagnostik

 


 

[1] Intelligence, Surveillance and Reconnaissance

[2] Extensible Markup Language

[3] Coalition Shared Data

[4] Joint Intelligence, Surveillance and Reconnaissance Panel

[5] Consultation, Command, Control, Communications, Intelligence, Surveillance and Reconnaissance