Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

MisPel - Biometriebasierte Forensische Personensuche

Motiviation

Videokameras sind heute an vielen sicherheitsrelevanten Orten Standard. Mehr Bilder bedeuten aber nicht gleichzeitig mehr Sicherheit. Gerade bei der Aufklärung von Straftaten stehen die Ermittlungsbehörden vor erheblichen Herausforderungen. Am Markt befindliche Softwarekomponenten und Videomanagementsysteme fokussieren primär auf effiziente Visualisierungsmöglichkeiten der Bilddaten und kaum auf die Bildinhaltsanalyse.

Ziele und Vorgehen

Im Projekt MisPel soll eine innovative SoftwareSystemlösung für die (semi-)automatisierte Erkennung von ermittlungstechnisch relevanten Personen aus Videodaten erarbeitet und evaluiert werden. Der Multi-Biometrie-Ansatz umfasst Verfahren der Gesichtserkennung für den Nah- und Fernbereich sowie die Soft-Biometrie, die die deskriptive Suche nach Personen auf Grundlage von Angaben wie Alter und Geschlecht ermöglicht. Parallel werden sozial- und rechtswissenschaftliche Fragestellungen untersucht. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Analyse der rechtlichen Voraussetzungen für die Erhebung, die Filterung und Übermittlung der Daten sowie der Gerichtsverwertbarkeit ausgewerteter Bilddaten. Ein wesentliches Ziel bildet die Erarbeitung eines geeigneten ganzheitlichen Datenschutzund Sicherheitskonzepts.

Innovationen und Perspektiven

 Das erarbeitete System soll Ermittlungskräfte dabei unterstützen, eine schnelle und systematische Analyse von Videomassendaten durchführen zu können und damit die Identifizierung von Straftätern deutlich zu beschleunigen.

Steckbrief

Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Programm: Forschung für die zivile Sicherheit Bekanntmachung: „Biometrie“

Projektvolumen: 3,6 Mio. € (BMBF-Förderquote 78%)

Projektlaufzeit: 01/2012 - 04/2015

Weitere Informationen: http://www.sifo.de/de/mispel-multi-biometriebasierte-forensische-personensuche-in-lichtbild-und-videomassendaten-2105.html