Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB
Institutsteil Industrielle Automation

Mit Digitalen Zwillingen Einsparpotentiale realisieren

Mit Digitalen Zwillingen Einsparpotentiale realisieren

Bereits am 1.12.2018 fiel der Startschuss für das Projekt „Technische Infrastruktur für Digitale Zwillinge“ (itsowl-TeDZ) im Rahmen der Fortführung des Spitzenclusters it’s OWL. Koordiniert durch das Fraunhofer IOSB-INA wird bis 2021 eine technische Infrastruktur für digitale Zwillinge entwickelt und in zwei Pilotvorhaben gemeinsam mit den Industriepartnern KEB, Lenze, Phoenix Contact und Weidmüller erprobt. Hierfür stellt das Land NRW eine Förderung von 1,4 Mio. € bereit. Auf der Strategietagung der it's OWLClustermanagement GmbH am 04. Dezember 2018 wurden in Paderborn vom Ministerium für WirtschaftInnovationDigitalisierung und Energie die entsprechenden Förderungsbescheide überreicht.

Bild: © it’s OWL Clustermanagement GmbH


Geben mit der Förderung der jüngsten it’s OWL-Projekte neue Impulse in den Wirtschaftsstandort Ostwestfalen-Lippe: v.l.: Dr.-Ing. Lukasz Wisniewski (HS OWL), Wolfgang Wiele (KEB), Jörg Timmermann (Weidmüller), Prof. Dr. Holger Borcherding (Lenze), Florian Pethig (Fraunhofer IOSB-INA), Johannes Kalhoff (Phoenix Contact), Olaf Gräser (Phoenix Contact).

 

Industrie 4.0 basiert auf dem Austausch von Informationen, die interoperabel und automatisch interpretierbar sind. Große Potenziale für Effizienzsteigerung und Flexibilisierung stecken hierbei in einer stärkeren Vernetzung der einzelnen Lebenszyklusphasen: von der Produktentwicklung und Produktionsplanung über Betrieb und Service bis zur Entsorgung. Bereits heute entstehen über den Lebenszyklus Daten und Modelle, z. B. CAD- und Simulationsmodelle, Konfigurationen für Maschinen oder Optimierungen des Ressourcenverbrauchs. Diese liegen jedoch in unterschiedlichen Datenformaten mit unterschiedlicher Datenstruktur und in unterschiedlichen Werkzeugen vor. Zukünftig soll ein digitaler Zwilling die ganzheitliche Sicht auf Produkte entlang ihres Lebenszyklus ermöglichen.

 

Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Erprobung einer technischen Infrastruktur für digitale Zwillinge. Diese interoperable durchgängige Infrastruktur soll den Zugriff auf die digitalen Beschreibungen und Teilmodelle von Maschinen, Produkten und Betriebsmitteln sowie deren Interaktion über den gesamten Lebenszyklus effizient ermöglichen. Dadurch können voraussichtlich Einsparpotentiale von über 50 % realisiert werden. Die technische Infrastruktur basiert auf Informationsmodellen, Schnittstellen und geeigneten Kommunikationsprotokollen. Dabei werden Anforderungen aus den Bereichen Energie- und Fertigungstechnik sowie existierende Industrie 4.0-Standards und IT-Systeme, wie z. B. PLM-, ERP-, MES- oder PIM- und Simulations-Systeme, berücksichtigt.