Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Vernissage der Ausstellung »LichTraum«

Karlsruhe, 7.9.2018

 

Eindrucksvolle Skulpturen und Wandobjekte aus Holz, Stein und Metall sowie kraftvolle Bilder: In den hellen und lichtdurchfluteten Räumen des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Karlsruhe wird am Freitag, 21. September 2018, um 18.00 Uhr die Ausstellung »LichTraum« der Künstlergruppe form-mal eröffnet. Form-mal besteht aus den fünf Künstlern Krista Paul, Barbara Brink, Roland Schmitt, Dagmar Kopnarski und Jenny Passet.

v.li.n.re.: Barbara Brink, Roland Schmitt, Jenny Passet, Krista Paul und Dagmar Kopnarski Foto: © Gerhard Schneegaß

 


Das Kunstwerk »Hafenlichter« © Krista Paul

Krista Paul, die Mannheimer Malerin, zeigt in der Ausstellung »LichTraum« einen Blick auf zwei unterschiedliche Bereiche: die Natur und den Mannheimer Industriehafen. Dabei verwendet sie Collageversatzstücke, weggelegte Entwürfe, Fotokopien und Texturen und fügt das Material farblich und grafisch neu zusammen. Der Bilderzyklus »Hafenlichter« ist eine malerische Adaption der Fotos - von Martin Zeller - vom Mannheimer Industriehafen.

 Das Kunstwerk »Hafenlichter«

Die Serie der »Haiku-Bilder«, bezieht sich inhaltlich jeweils auf einen Haiku - eine japanische Gedichtform, die aus drei Versen besteht. Die Bilder wirken durch die Collagetechnik und ihre formale und farbliche Reduktion sehr verdichtet. Die Natur in ihrer Stille, aber auch geborgenen Einsamkeit ist hier wahrnehmbar. Ganz anders in dem Zyklus»Hafenlichter«. Dort bilden die Lichtverläufe und Spiegelungen der nächtlichen Lichtquellen auf der Wasseroberfläche ganz eigene Formen und kontrastreiche Farbverläufe. Diese Atmosphäre im nächtlichen Industriehafen erinnert an Metaphern von Vergänglichkeit.

 

 

 

»Das Kunstwerk bestimmt, was es werden will«

 


Brinks Kunstwerk »Geheimnis« © Barbara Brink

Speckstein, Marmor, Gips, Draht, Folie und Metall, das sind die bevorzugten Materialien der Künstlerin Barbara Brink. Die Arbeitsweise der Heidelbergerin ist intuitiv: »Ich übergebe das Denken an die Hände. Im Dialog mit dem Stein entwickelt sich eine Form, der ich immer mehr eine sichtbare Gestalt zu geben versuche.  Ich lasse mich auf das Material und meinen inneren Prozess ein und gebe die Kontrolle weitgehend ab. Das Kunstwerk bestimmt, was es werden will. Ich werde dabei zum formgebenden Element. Beim Schweißen von Metall gibt es eine Idee, der ich mit dem Material zu folgen versuche.«

Brink geht es in ihrer gestaltenden Arbeit um die Reduktion von Körpern und Formen auf das Wesentliche. In der Arbeit mit dem Stein folgt die Heidelberger Bildhauerin ihrer Intuition und lässt die Form sich in diesem Spiel mit der Grenze entwickeln. Wenn sie mit Metall arbeitet, steht am Beginn eine Idee, die sich nach dem inneren Bild langsam in der Auseinandersetzung mit dem Material entwickelt. Ein Beispiel dafür ist der »Bescheidene Pfau«, der sich aus der Beobachtung lebender Pfaue entwickelt hat und eine unbekanntere Seite eines Pfaus zeigt. Ihre schwebenden Luftobjekte wie »Die Geburt einer Blüte« spiegeln die Leichtigkeit des Seins. Der Zyklus heißt auch: »Die Leichtigkeit in den Wind gehängt«.

 


Schmitts Kunstwerk  wurde aus Holz
erschaffen © Roland Schmitt

Roland Schmitt ist berufsbedingt mit Holz umgeben und so entstand seine künstlerische Leidenschaft im Umgang mit diesem Material. Der ausgebildete Tischler und Schreinermeister ist immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Formen, Anomalien und Verwachsungen im Holz oder besondere Zeichnungen – Maserung genannt.

 

Schmitt sägt die Holzteile auseinander und klappt die Holzstücke wie zwei Buchseiten auf. Es zeigt sich eine Art Spiegeleffekt, eine Selbstverdoppelung der Form, die in ihrer Symmetrie ein neues Ganzes ergibt. Die Lesbarkeit der Natur erscheint als Figuralität des Holzes. Diese Oberflächen werden fein geschliffen, geölt und gewachst. Dem Betrachter bleibt es überlassen, Bilder oder abstrakte Formen auf der samtseidigen Oberfläche zu erkennen. Schmitt sieht sich bei seinen Arbeiten als ein Komponist, denn für ihn ist die Natur der eigentliche Künstler.

 

 

 

 

 

 

 

Geschichten, die auf humorvolle Art besondere Begegnungen festhalten

 


Kopnarski Kunstwerk trägt den Namen »Lichtgeflüster« © Dagmar Kopnarski

Die Künstlerin Dagmar Kopnarski hat schon immer gemalt und sie liebt es mit ihren Bildern Geschichten zu erzählen. Es sind Geschichten, die auf humorvolle und augenzwinkernde Art besondere Begegnungen festhalten und den Betrachter zum Reflektieren einladen. Dabei fragt man sich: Wie kommt die Meerjungfrau in das Gurkenglas? Wovon träumt das Walross und warum frisst das Schaf den Vertrag mit Gott?

 

Die Diplom-Psychologin Kopnarski verwendet in ihren Bildern leuchtende und kräftige Farben, die den Geschichten und Motiven – fast immer sind es Tiere und Phantasiefiguren – einen besonderen und lebendigen Ausdruck verleihen. Hierbei verwendet die freischaffende Künstlerin Wasserfarben, Aquarell- und Acrylfarben sowie Ölkreiden. Die Ideen zu ihrer Kunst auf Leinwand oder Holz entwickeln sich über einen längeren Zeitraum.

 

 

 

 


Passet gab diesem Bild den Namen »Lovely day« © Jenny Passet

Jenny Passet gestaltet vielschichtige, abstrakte Bilder, die oftmals Assoziationen an Landschaften wecken. Ihre Bilder entstehen durch das Experimentieren in einem offenen Malprozesse. Es ist eine Kombination von experimentellen Schüttungen mit dem Malerischen, Zeichnerischen und Grafischen, die das Wesen von Passsets abstrakten Bildkompositionen ausmacht. Die Malerin aus Weinheim arbeitet in Zyklen. Beim entstandenen »Rilke Zyklus« - in Memoriam einer verstorbenen Freundin – wird das Rilke Gedicht »Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen« in Bildform interpretiert.

Den Untergrund der Leinwand sieht die ausgebildete Kunstlehrerin als die Seele des Bildes, denn in ihm schreibt sie Teile des Rilke Gedichtes. Diese Botschaft, die später von Schichten der Malerei überdeckt wird, kommt als Schwingung durch die Materie. Anschließend werden selbstgemachte Strukturpasten, Sande, Pigmente, naturgeschöpfte Papiere und selbsthergestellter Rost verwendet. Durch Einsetzen dieser unterschiedlichen Materialien entstehen Bilder mit lebendigen Oberflächen und außergewöhnlichen Strukturen. Passets Bilder sind kraftvoll und farbintensiv ohne die zarten und leichten Töne zu vergessen. In der Farbgebung und Zeichnung trifft kraftvolle Energie auf zarte Poesie.

 

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich zur Vernissage eingeladen: 21. September, 18.00 Uhr im Fraunhofer IOSB, Fraunhoferstr. 1, 76131 Karlsruhe. Anschließend kann die Ausstellung bis zum 22. November 2018 nach vorheriger Anmeldung unter Telefon 0721 6091-333 kostenlos besichtigt werden.