Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

ARGGONAUTS-Projekt geht mit großen Schritten voran

ARGGONAUTS-Projekt geht mit großen Schritten voran

Karlsruhe, 22.08.2017 - Wie erforschen Drohnen die Tiefsee? Das wollte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Ute Vogt MdB und Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am 22. August 2017 wissen. Deshalb haben sie sich über den Fortschritt des ARGGONAUTS-Projekts des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Karlsruhe informiert. Drei Monate, bevor es zur ersten Wettbewerbsrunde des Shell Ocean Discovery XPRIZE geht, steht das Team in der heißen Phase der Vorbereitungen.

 

 

Ute Vogt informiert sich bei Projektleiter Dr. Gunnar Brink über das ARGGONAUTS-Projekt

„Die Menschheit kennt die Oberfläche von Mars, Venus und Mond viel besser als die eigene Tiefsee, die über 60 Prozent des Planeten bedeckt, während es sich bei nur etwa einem Drittel der Erde um Kontinente handelt. Wir wollen endlich die Tiefsee flächendeckend mit einer Auflösung von einem Meter und besser erkunden“, erklärte Projektleiter Dr. Gunnar Brink.

Bereits Anfang August 2017 wurden die Prototypen der Tiefsee-Drohnen in Eckernförde an der Ostsee getestet. Jetzt steht das Fraunhofer IOSB kurz vor dem letzten großen Test in Spanien Ende September, wo alle fünf Systeme getestet werden sollen, bevor es Ende November nach Puerto Rico zum Wettbewerb geht. Mit Hilfe der Erkenntnisse aus den Tests an der Ostsee werden gerade die fünf Systeme angefertigt.

Die Relevanz des Projekts ist auch aus politischer Seite äußerst stark, da mit diesem internationale Aufmerksamkeit für deutsche Tiefseeforschung erzeugt werden. Daher freute sich das ARGGONAUTS-Team, Ute Vogt, als Mitglied des Bundestags und stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion für den Umwelt-Bereich in Begleitung von Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung begrüßen zu dürfen. Unterstützung aus der Politik ist für das Team besonders wichtig und sorgt so kurz vor dem Ziel für zusätzliche Motivation.

„Ich erachte das ARGGONAUTS-Projekt für äußerst unterstützenswert. Die überwiegend noch unbekannte Tiefsee zu erforschen verspricht, wichtige Erkenntnisse über unseren Planeten zu gewinnen, neben der Kartographierung des Meeresgrundes gerade auch für den Umweltschutz. Ein Thema, das die Bundesregierung ganz oben auf ihrer Agenda stehen hat. Dem Fraunhofer IOSB wünsche ich bei diesem internationalen, äußerst renommierten Wettbewerb viel Erfolg im Halbfinale und hoffe, dass es in die nächste Runde weiterkommt. Aber schon jetzt zeigt sich, dass Deutschland bei diesem innovativen Thema auf Weltniveau mitspielt und Spitzenleistungen in der Forschung erbringt“, betonte Ute Vogt.

Und mit Karlsruhe ist das Fraunhofer IOSB an einem wissenschaftlich wichtigen Standort angesiedelt: Ohne die renommierten, traditionsreichen technischen Hochschulen und die hervorragenden Forschungsinstitute in Karlsruhe wäre der Ruf Baden-Württembergs als „Musterländle der Innovation“ kaum entstanden. Keine deutsche Institution bildet jedes Jahr so viele Ingenieure aus wie das KIT und seine Vorläufer. Das Team ARGGONAUTS des Fraunhofer IOSB in Karlsruhe setzt mit seiner Arbeit einen wichtigen Impuls, den hervorragenden Ruf Karlsruhes, Baden-Württembergs und Deutschlands als Innovationsschmiede aufzufrischen und zu verstärken.

Welche umwelttechnisch wichtigen Daten mit dem ARGGONAUTS-Projekt gesammelt werden können, verdeutlichte bei der Präsentation vor Ort Dr. Gunnar Brink: „Als Wissenschaftler kann ich sagen, dass wir die Lebewesen der Tiefsee kennen lernen und schützen, aber auch mehr über unterseeische Gräben, Canyon, Hügel und Bergspitzen herausfinden wollen. Weiterhin soll herausgefunden werden, welche wichtige Auswirkungen die Tiefsee auf den CO2 Haushalt der Erde hat, noch wichtiger ist vermutlich das Methaneis am Meeresgrund für das Klima.“

Unterseeische Gräben, Canyon, Hügel und Bergspitzen haben wiederum viel Einfluss darauf, wie Strömungen verlaufen, wo Lebewesen leben und wie CO2 und Methanhydrat gespeichert und freigesetzt werden. Über die Struktur dieser unterseeischen Gräben, Canyon, Hügel und Bergspitzen ist aber noch so gut wie nichts bekannt. Obwohl das für das Verständnis des Treibhauseffektes wichtig wäre.

 

Weitere Information zu Arggonauts finden Sie hier.