Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

visIT Öffentliche Sicherheit 2017

Das neue Themenheft des Fraunhofer IOSB

Im neuen visIT werden die Themen »öffentliche Sicherheit« und »Videoüberwachung« intensiv diskutiert. Dabei wird zu Recht auch Kritik an bisherigen Systemen in Bezug auf deren Umgang mit Datenschutz sowie deren unzureichende Fähigkeit, Straftaten zu verhindern, geäußert.


Die Einschränkungen bisheriger Überwachungssysteme resultieren insbesondere aus der Gegebenheit, dass keine oder nur eine rudimentäre inhaltliche Auswertung der erfassten Videoströme durchgeführt wird. Allerdings sind neuere Videoauswertetechnologien reif für ihre Anwendung, die auf diese Kritik eingehen und für mehr Sicherheit bei gleichzeitiger Gewährleistung von Privatheit und Einhaltung von Datenschutzvorschriften sorgen.


Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB mit seinen Standorten insbesondere in Karlsruhe und Ettlingen befasst sich seit vielen Jahren mit der intelligenten Videoauswertung. Nirgends in Europa gibt es ein vergleichbares Institut, an dem mehr Wissenschaftler an den Themen Bild und Videoerfassung, -verarbeitung und -auswertung arbeiten. Neben Videoauswertefunktionalitäten, Aspekten der Echtzeitauswertung, ergonomischer Human-Machine-Interfaces, aktueller und zukünftig relevanter Sensorik sowie Interoperabilität wird am IOSB auch an Technologien für die Wahrung der Privatheit und von Datenschutz gearbeitet.

 

Öffentliche Sicherheit

Datenschutz und Schutz der Persönlichkeitsrechte in der intelligenten Videoüberwachung

Phantombildgenerierung

Gesichtswiedererkennung in Videomassendaten

Sensorbasierte Verhaltensanalyse

NEST-CrowdControl - Video-basiertes Assistenzsystem für die Sicherheit von Großveranstaltungen

Forensische Bildanalyse

Drohenabwehr

Zukünftige Sensorik

 

 

 Das visIT Öffentliche Sicherheit als PDF

 

Datenschutz und Schutz der Persönlichkeitsrechte in der intelligenten Videoüberwachung

Videoüberwachung ist ein unverzichtbares Werkzeug für die Prävention und Aufklärung von Straftaten. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zum Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit.

Drohnenabwehr

Die kommerzielle Verfügbarkeit kleiner ferngesteuerter oder teilautonomer Fluggeräte – sogenannter »Drohnen« oder »UAVs« (Unmanned Aerial Vehicles) – hat in den vergangenen Jahren explosionsartig zugenommen. Kleinere Systeme sind heute in jedem Spielzeugladen erhältlich, größere (mit einer Tragkraft mittlerweile bis ca. 10 kg) können aus Bausätzen selbst gebaut oder über das Internet bezogen werden. Gleichzeitig ergeben sich aus der rasant steigenden Verfügbarkeit von Drohnen auch neue Gefahren.

Forensische Bildanalyse

Die massiv anwachsende Menge an Bild- und Videodaten stellt auch Ermittler und Forensiker vor zunehmende Herausforderungen. Nicht selten beinhalten beschlagnahmte Geräte heute Daten in einem Umfang, der manuell nicht mehr zu überblicken ist und daher Unterstützung zur Analyse von Bildmaterial erfordert. Solche Systeme leisten hier wertvolle Hilfe, indem sie zu bereits bekannten Bildern alle daraus digital veränderten Bildinhalte aufspüren. Diese sog. „near-duplicate“-Verfahren sind auch in allen gängigen Onlinediensten eingebunden und schlagen zuverlässig Alarm, falls ein Anwender bekanntes - aber ggf. modifiziertes - rechtswidriges Bildmaterial zu veröffentlichen versucht.

Gesichtswiedererkennung in Videomassendaten

Die zunehmende Verfügbarkeit von Videodaten ist gleichzeitig eine Chance und eine Herausforderung für die Strafverfolgung. Die manuelle Auswertung großer Videomengen stößt dabei jedoch schnell an ihre Grenzen. Eine automatisierte strukturierte Aufbereitung mit der Extraktion relevanter Inhalte erleichtert eine Auswertung solch großer Datenmengen.

NEST-CrowdControl – Video-basiertes Assistenzsystem für die Sicherheit von Großveranstaltungen

Großveranstaltungen und Demonstrationen im öffentlichen Raum sind unter anderem Ausdruck von Freiheit und Offenheit in den Europäischen Gesellschaften. Öffentliche Sportveranstaltungen, Kultur- oder Volksfeste sind Anziehungspunkte und Attraktionen für Bürger aus vielen Ländern und dadurch auch Teil des gesellschaftlichen Lebens für Menschen aus aller Welt. Das Fraunhofer IOSB erforscht und entwickelt aus diesem Grund seit mehrere Jahren Rettungs- und Sicherheitstechnologien für Großveranstaltungen.

Phantombildgenerierung

Gesichtsbilder sind vorteilhaft gegenüber anderen Arten von biometrischen Daten, z. B. Fingerabdruck und Iris, wegen der berührungsfreien Weise bei der Datensammlung und der Möglichkeit für die Fernaufnahme. Heutzutage ist die Analyse der Gesichtsbilder aus Überwachungskameras zunehmend weit verbreitet im Rahmen von öffentlicher Sichert und Anti-Terrorismus.

Sensorbasierte Verhaltensanalyse

Die automatisierte Analyse des Verhaltens von Agenten in einer Szene bildet einen zentralen Bestandteil für eine Vielzahl von Anwendungen im Bereich der zivilen Sicherheit. Hierzu zählen rein passive Beobachtungsaufgaben, wie z.B. Perimeterschutz oder der Schutz öffentlicher Veranstaltungen, ebenso wie interaktive Ansätze zur Auswertung großer Datenmengen. Als Agent wird hierbei jedes Objekt, bzw. jede Person, bezeichnet welche potentiell eine Veränderung der aktuellen Situation herbeiführen kann.

Zukünftige Sensorik

Bereits heute werden polizeiliche Einsatzkräfte von verschiedenen bildgebenden Sensor-Systemen bei ihren jeweiligen Aufgaben unterstützt. Beispielsweise lassen sich durch gewöhnliche Videokameras, die im visuellen Spektralbereich arbeiten, Aufnahmen zur Sicherung von Beweismitteln oder zur Dokumentation des Geschehens machen. Durch die stetige Weiterentwicklung der entsprechenden Detektortechnologien und die damit verbundene Miniaturisierung der Kamera-Systeme ist inzwischen ein Stand erreicht, der sogar deren luftgestützten Einsatz an Bord von Drohnen erlaubt. Am Fraunhofer IOSB werden darüber hinaus neueste Technologien untersucht und bezüglich deren Anwendung in zukünftiger Sensorik konzipiert und bewertet.