Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

HEritage Resilience Against CLimate Events on Site (HERACLES)

HEritage Resilience Against CLimate Events on Site (HERACLES)

Schutz von Baudenkmälern vor dem Klimawandel

Herausforderung

 

Europa hat eine große kulturelle Vielfalt, unter anderem herausragende historische Gebäude und bemerkenswerte Sammlungen von Kunstgegenständen, die jedes Jahr Millionen von Touristen anziehen. Diese unschätzbar wertvollen und weltweit bedeutenden Güter müssen für künftige Generationen geschützt und erhalten werden. Umweltfaktoren, die durch den Klimawandel noch verschlimmert werden, stellen erhebliche Bedrohungen für die Baudenkmäler des Europäischen Kulturerbes dar. In Europa ist das Szenario für die unzähligen und vielfältigen Liegenschaften sehr komplex, allein durch deren schiere Anzahl, aber auch durch die vielen verschiedenen Klimaregionen und die sehr unterschiedlichen Bewältigungsstrategien für den Klimawandel, die in den einzelnen Ländern angewandt werden oder angewandt werden sollten.

Daher basiert die von HERACLES vorgeschlagene Lösung für den Erhalt und Restaurierung von Baudenkmälern auf einem systematischen, konzeptionellen Ansatz, der diese individuellen Parameter berücksichtigt. Dennoch handelt es sich um ein flexibles, modular aufgebautes, integrierbares System, das die individuelle Anpassung auf die Nutzerbedürfnisse und Nutzerstandards erlaubt.

 

Lösung

 

Usecase: Der Palast von Knossos

Hauptziel von Heracles ist es, Systeme und Lösungen zu entwerfen, zu überprüfen und voranzutreiben, um das Kulturerbe wirkungsvoll gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Hierbei wird ein ganzheitlicher und multidisziplinärer Ansatz verfolgt, der alle Beteiligten einbezieht: Endnutzer, Industrie, Wissenschaftler, Konservatoren, Gesellschaftswissenschaftler und Entscheidungsträger.

Das übergeordnete Ziel von HERACLES ist es, eine interoperative Prozesskette aufzusetzen (Fern- und lokale Überwachung, Simulation, Vorhersagen, Kennzeichnung, Instandhaltung, Restaurierung, etc.), um die Belastbarkeit durch Umwelteinflüsse des jeweiligen Baudenkmals zu erhöhen. Das Ganze wird dann unterstützt durch ein Entscheidungsunterstützungssystem und innovative ökologische Lösungen.

Das betriebsfähige System steht Entscheidungsträgern auf unterschiedlichen Ebenen zur Verfügung, ebenso wie den verschiedenen Akteuren, die damit befasst sind, die Auswirkungen des Klimawandels auf die empfindlichen Kulturgüter abzuschwächen. Das Ganze soll dann in konzertierte Aktionen zum Erhalt der Kulturstätten münden.

Demzufolge erfordert HERACLES Forschung und Fachkenntnis auf den folgenden Gebieten:

  • Ermittlung des Bedarfs der Nutzer
  • Modellierung und Vorhersage von Klimaereignissen
  • Sensor- und IT-Systeme
  • Entwurf und Entwicklung von ökologisch innovativen Materialien
  • Definierung neuer Standardprozesse
  • Organisation von Training und Schulung

Das interdisziplinäre HERACLES Team wurde gebildet, um all diese spezifischen Zuständigkeiten abzudecken, entsprechend der tiefgehenden Erfahrung und der Kompetenzen der jeweiligen Partner.

 

Rolle des Fraunhofer IOSB

 

Das Fraunhofer IOSB trägt zum Projekt mit seinem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Forschungsaufgaben bei. Dazu gehört die Erstellung der Systemarchitektur der HERACLES Plattform, sowie die Implementierung kritischer Komponenten, wie z.B. die Wissensbasis. Weiterhin wird die Auswahl der Sensoren und die Modellierung der Daten unterstützt. Das Fraunhofer IOSB hat bewährte Prozesse für Messbildverfahren entwickelt, um deren Eignung für die Auswertung von Videos zu erhöhen, die von unbemannten Luftfahrzeugen geliefert werden. Im Rahmen dieser Aufgabe wird eine exemplarische Prozesskette für die Erstellung von Höhenprofilen basierend auf Bildern oder Videos sowie die semantische 3D-Rekonstruktion von Gebäuden entwickelt und demonstriert.

Das Projekt wird gefördert durch das Horizon 2020 Research and Innovation Programme der Europäischen Union. (Grant Agreement No. 700395).

 

Mehr Informationen?

 

Zusätzliche (englischsprachige) Informationen zum Projekt und den Projektarbeiten finden Sie in den Newslettern Nummer 1 und Nummer 2 sowie auf der Projektwebseite