Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

DigET - Motivation und Ziele

Motivation
 
Der Prozess der Fabrik- und Anlagenplanung ist komplex und besteht aus vielen, meist sequentiellen Planungsschritten mit vielen verschiedenen Beteiligten, z.B. Fabrik- und Gebäudeplaner, Prozess- und Anlagenplaner. Diese Disziplinen arbeiten heute mit vielen, oft nicht integrierten IT-Werkzeugen, deren Interoperabilität verbessert werden muss. Die Ingenieure und Planer arbeiten größtenteils räumlich und technisch voneinander getrennt und setzen konventionelle Medien ein, z.B. Pläne auf Papier. Obwohl die Disziplinen das gleiche Planungsobjekt, das Produktionssystem, bearbeiten, werden zwischen den Tools Informationen nur teilweise oder gar nicht ausgetauscht. Die Personen stimmen sich meist – falls und wenn nötig – mündlich ab. Dieser Bruch macht den interdisziplinären Abstimmungsprozess ineffizient, aufwändig und fehleranfällig.
 
Ziele
 
Um Kommunikation und Planung an einem gemeinsamen Medium zu verbessern, hat das Fraunhofer IOSB den Digitalen Engineering-Tisch (DigET) entwickelt.
Am DigET können die Planer mit Hilfe einer interaktiven Umgebung Planungsszenarien für alle Disziplinen konsistent beleuchten und zudem intuitiv mit den IT-Werkzeugen interagieren. Die Interaktion mit dem DigET über Gesten ist dabei so einfach, dass sich die Planer voll auf den Planungsgegenstand konzentrieren können und die Interaktion mit den IT-Werkzeugen in den Hintergrund tritt. Er kombiniert hierfür das durchgängige und standardisierte Datenformat AutomationML mit Assistenz¬mechanismen und einer interaktiven Umgebung. So wird die domänenübergreifende Zusammenarbeit gefördert und der elektronische Informationsaustausch- und Änderungsprozess wird mit Hilfe der verbesserten menschlichen Kollaboration unterstützt. Verbesserungen im Rahmen von DigET sind:
 
  • Konsistente Daten für alle an einer Fabrik- und Anlagenplanung beteiligten Ingenieure,
  • Verbesserter Datenaustausch zwischen verschiedenen IT-Tools bei Anlagenherstellern und -betreibern ,
  • Verbesserte Zusammenarbeit der einzelnen Disziplinen / Gewerke,
  • Benutzer-Assistenz im Engineering,
  • Erleichterung von Produktionsumstellungen und –inbetriebnahmen,
  • Durchgängige computerunterstützte Planung von Fertigungszellen oder –linien und
  • Lückenschluss zwischen individuellen domänenspezifischen Planungsschritten auf Datenebene und der interpersonelle Kommunikation.