Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB
Institutsteil Industrielle Automation

Preview HM20: Künstliche Intelligenz kommt aus OWL

Preview HM20: Künstliche Intelligenz kommt aus OWL

Fraunhofer Lemgo und it's OWL geben Ausblick auf die Hannover Messe 2020

In vielen Bereichen ist die Künstliche Intelligenz bereits angekommen – ob Assistenzsystem auf dem Smartphone oder intelligente Suchalgorithmen im Internet. Doch auch die produzierenden Unternehmen vor allem im Mittelstand sollen von den Technologien profitieren und ihre Prozesse effizienter, leistungsfähiger und flexibler gestalten können. Die "Forschungsmeile KI" auf dem Gemeinschaftsstand des it's OWL Clustermanagements zeigt dieses Jahr auf der Hannover Messe, wie es geht.  

Hannover / Lemgo. Intelligente Fertigung und digitale Plattformen: Künstliche Intelligenz hat für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie eine entscheidende Bedeutung. Im Spitzencluster it´s OWL entwickeln sechs Forschungseinrichtungen gemeinsam mit Unternehmen praxisnahe Lösungen für den Mittelstand. Spin-Offs nutzen die Forschungsexpertise und sorgen für den Transfer in die Breite. Auf dem OWL Gemeinschaftsstand (Halle 7 Stand A12) können sich Besucherinnen und Besucher von Anwendungen in den Bereichen intelligente Assistenzsysteme, Prozesssicherheit, digitaler Zwilling und Maschinenkommunikation überzeugen. Die Exponate werden auf der "Forschungsmeile KI" zu sehen sein. 

In der Initiative „KI Marktplatz“ erarbeiten beispielsweise 20 Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam eine digitale Plattform für Künstliche Intelligenz in der Produktentstehung, auf der sich Anbieter, Nutzer und Experten vernetzen und Lösungen entwickeln können. Im Kompetenzzentrum „KI in der Arbeitswelt des Mittelstands“ machen 25 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft Erkenntnisse zur Arbeitsgestaltung im Kontext von KI für Unternehmen nutzbar.

Fraunhofer IOSB-INA wird mit zwei Exponaten auf dem Gemeinschaftsstand vertreten sein: Im ersten Anwendungsfall liegen keine Produktionsdaten der Maschinen und Anlagen vor, sodass das mobile Produktionsdatenerfassungssystem INAsense, eine Entwicklung der Lemgoer Forscherinnen und Forscher, diese mittels intelligenter Sensortechnik von den mechanischen Prozessen vor Ort abnimmt. Diese Daten werden über eine standardisierte, sichere Infrastruktur konsolidiert und über Verfahren des maschinellen Lernens analysiert, wodurch Aussagen über die Effizienz im Betrieb oder bevorstehende Wartungsereignisse getroffen werden können. Das Verfahren wird auch als "Retrofitting" bezeichnet. 

Der zweite Anwendungsfall nimmt Produktionen in den Blick, die bereits mit programmierbaren Steuerungen arbeiten und entsprechende Daten bereithalten. Um diese Daten zu nutzen, ohne in die Steuerung, die Programmierung oder die Konfiguration eingreifen zu müssen, präsentiert das Fraunhofer IOSB-INA ein weiteres Produkt, die SmartBox. Das Europäische Patentprüfungsverfahren wurde vor wenigen Wochen erfolgreich abgeschlossen. 

 

 

Automatisierte Produktionsprozesse bieten viele Möglichkeiten der Vernetzung und Steuerung. Gleichzeitig erfordern die Öffnung lokaler Netzwerke und die zunehmende Komplexität der Fertigungsprozesse ein höheres Maß an technischer Sicherheit und Prävention von Störungen, ob innerhalb des Prozesses oder von außen. Die „SmartBox“ vom Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo ist eine universell einsetzbare Lösung, die zum Beispiel auf der Basis von PROFINET-Daten Anomalien in Prozessen unterschiedlichster Produktionsumgebungen identifiziert. Die Lösung benötigt keine Konfiguration und erlernt das Prozessverhalten: Ein einfaches und wirksames Schutzsystem, das im Hintergrund und ohne Implementierung in der SPS zur frühen Fehlererkennung in Echtzeit und somit erheblich zur Stabilität des Prozesses beiträgt bzw. die Basis für Predictive Maintenance darstellt. Die SmartBox kann über einen Switch mit Mirror-Port oder einen Network-Tap in beliebige Industrial Ethernet Systeme integriert werden. Anwendungen zeigten, dass die Ausbringungsmenge einer Anlage mit der Fraunhofer-Lösung zwischen 5 und 8% gesteigert und die Kosten für die Identifizierung von Produktionsmängeln erheblich reduziert werden können. Die Algorithmen und die Funktionsweise der Smart Box wurde bereits in zahlreichen Unternehmen (z.B. Automotive, Logistik, prod. Gewerbe) erfolgreich erprobt, eine internationale Prüfung der Patentfähigkeit wurde in jüngster Vergangenheit mit positivem Ergebnis durchgeführt.