OCEAN2020 (Open cooperation for European maritime awareness)

Realisierung der vernetzten martimen Überwachungs- und Aufklärungsmission der Zukunft

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Ein ROV hat bei einer Demonstration des Systems diese Seeminen-Attrappe lokalisiert, nachdem anhand von Satellitenbildern des Einsatzgebiets ein verdächtiges Schiff ausgemacht und seine Minenlegetätigkeit durch eine fliegende Drohne bewiesen worden war.
Übersicht der unbemannten Systeme, die bei der Abschlussdemonstration 2021 zum Einsatz kommen.

Motivation

Die Überwachung maritimer Gebiete ist unter anderem erforderlich, um die dort geltenden Sicherheitsanforderungen und Umweltschutz zu gewährleisten. Für diese Aufgabe ist ein hohes Maß an Situationsbewusstsein entscheidend, um bezüglich der aktuellen Lage angemessene Entscheidungen treffen zu können. Das Bewusstsein für eine Situation oder aktuelle Lage entsteht dabei durch die Wahrnehmung von Objekten in einer relevanten Umgebung, dem Verstehen ihrer Bedeutung und der Vorhersage ihres Zustandes in einem definierten Zeitraum. Je komplexer die Situationen sind, desto schwerer ist es für den menschlichen Entscheider, den kompletten Kontext einer Situation zu erfassen, z.B. bei Situationen in einer dynamischen Umgebung, in der viele Objekte miteinander interagieren. Im maritimen Kontext betrifft dies zum Beispiel die Überwachung eines großräumigen Gebietes, in dem illegale Fischerei und ein hohes Schiffsaufkommen eine wachsende Herausforderung für die maritimen Behörden darstellen.

Maritime Situationsanalyse

In heutigen Überwachungssystemen sind die Möglichkeiten zur Wahrnehmung von Objekten (z.B. Objektdetektion und -verfolgung in Videos) weitgehend vorhanden. Bedarf besteht jedoch in Methoden zur automatischen Situations- oder Intentionserkennung (Situationsanalyse), die den menschlichen Entscheider in seinem Situationsbewusstsein unterstützen können.

Die durch Sensoren erfasste Datenmenge, z.B. Funksignale, Radar oder optronische Sensoren, sind in den letzten Jahren so vielfältig und umfangreich geworden, dass sie nicht mehr manuell mit der gewünschten Sorgfalt analysiert werden können. Daher werden automatische Verfahren entwickelt, um zum einen spezifische Situationen von besonderem Interesse zuverlässig erkennen und zum anderen gezielt Anomalien in den aufgezeichneten Daten identifizieren zu können. Diese Verfahren sollen den menschlichen Entscheidern helfen, das Augenmerk auf die entscheidungsrelevanten Informationen zu lenken.

OCEAN2020

Das Forschungsvorhaben OCEAN2020 unterstützt unterschiedliche Bereiche in der maritimen Überwachung. Zu diesem Zweck integrieren die insgesamt 42 Partner aus 15 EU-Ländern Drohnen und unbemannte U-Boote in Flottenverbände, wobei das Fraunhofer IOSB Expertise im Bereich Unterwasserdrohnen und maritime Situationsanalyse einbringt.

Deutsche Projektpartner

  • Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB (Koordination)
  • Hensoldt Sensors GmbH
  • Infinite Vision GmbH & Co. KG.
  • MBDA Deutschland GmbH
  • Schönhofer Sales and Engineering GmbH

Alle Projektpartner und weitere Informationen finden Sie hier.

Abteilung Interaktive Analyse und Diagnose des Fraunhofer IOSB

 

Weitere Informationen

Projektlaufzeit: 2018-2021

Das Projekt wird über die vorbereitende Maßnahme der Europäischen Union zur Verteidigungsforschung (Preparatory Action on Defence Research, PADR) finanziert, Projektträger ist die Europäische Verteidigungsagentur.

Beteiligt sind ingesamt 42 Partner aus 15 EU-Ländern.

Abteilung Interoperabilität und Assistenzsysteme des Fraunhofer IOSB